Anja in SchwedenMein Europäischer Frewilligendienst in Viksjöforsanja-in-sweden.myevs.net | ||||
Die Zeit verfliegt...Ich bin jetzt nur noch einen Monat hier und mein letzter Bericht ist schon fast wieder zwei Monate alt. In der Zwischenzeit war die türkische Gruppe hier und wir hatten eine Woche volles Programm von Fußballspielen und Tanzen über Schwimmbad, Sauna und mal wieder Järvzoo hin zu Eislaufen und Bandyspielen. Was sehr witzig war, das erste Mal in ihrem Leben auf dem Eis. Und ein paar hatten auch noch nie Schnee gesehen und hatten hier dann echt Glück, klaren Himmel, Sonnenschein von zu der Zeit immer tiefer stehenden Sonne, rote Häuschen in weißer schneebedeckten Landschaft und weiß glitzernde Bäume. Wer also eine etwas kitschige Vorstellung von Schweden im Winter hat, hätte dort Bestätigung gefunden. Und vielleicht auch ein wenig gefroren, wie unsere Türken, bei -15°C tagsüber. Außerdem war noch Santa Lucia als sie hier waren, das Lichterfest, das hier überall groß gefeiert wird. Schon in den Wochen davor waren Mädchen in den Zeitungen abgebildet, um für die Santa Lucia zu kandidieren, die dann am 13. Dezember mit Kerzen auf dem Kopf und in ein weißes Gewand gekleidet eine Prozession anführt. Jeder Ort und jede Schule hat seine eigene Lucia die von weiteren Sängerinnen mit Kerzen und weißen Gewändern und von Sängern mit weißen spitzen Hüten begleitet wird.
Als die türkische Gruppe dann abreiste, was es auch für mich an der Zeit vorübergehend hejdå zu sagen und Weihnachten und Neujahr in Deutschland zu verbringen, was sehr schön war. Und Valentinas Projektzeit ist im Dezember auch zu Ende gegangen, jetzt wohnen wir hier nur noch zu dritt. Sie ist dann auch nach Italien zurück, aber nun auch schon wieder hier in Edsbyn. Doch jetzt wohnt sie bei Jonas, ihrem Freund und versucht Arbeit zu finden
Wir anderen gehen unserer gewohnten Arbeit nach und tanzen wieder viel. Aber haben auch Zeit für andere spaßige Sachen, wie Skilanglaufen. Haben wir jetzt am Wochenende gemacht, bei strahlendem Sonnenschein. Und auch über einen See hinüber, bei dem man allerdings nicht wirklich gemerkt hat, wo das Eis eigentlich genau anfängt. Danach ging es (natürlich) erst mal wieder ab in die Sauna.
Nächsten Montag soll ein neuer Freiwilliger kommen, ein Breakdancer aus Paris, er zieht dann in Valentinas altes Zimmer.
Außerdem sind ein paar neue Fotos online, zu finden in den Ordnern „Winter“ und „Die Zeit verfliegt…“. Es werden in den nächsten Tagen noch ein paar mehr werden. WinterJetzt bin ich endlich mal wieder dazu gekommen, einen etwas längeren und ausführlicheren Bericht zu schreiben:
Letztes Wochenende hat es uns noch weiter in den Norden getrieben, nach Skellefteå, ca. 8 Fahrstunden von hier entfernt am Meer gelegen. Viksjöforsbaletten hat eine Partnerschaft mit der Tanzschule dort und so hatten wir dann die Möglichkeit ein kleine Show zu zeigen. War aber wirklich ein sehr kleines Theater und noch nicht mal voll. War aber trotz langer Busfahrt und Schlafen auf dünnen Isomatten auf dem Boden ein schönes Wochenende! Wir sind freitags losgefahren, haben den Samstagvormittag geprobt, nachmittags aufgeführt und sind danach alle zusammen Pizzaessen gegangen. Sind dann zu der Musikschule zurück, in der wir geschlafen haben, um uns ein bisschen auszuruhen. Plötzlich ging aber der Feueralarm an, so um halb neun, und wir sind alle raus in den Schnee. Es kamen dann zwei große Feuerwehrwagen… Hat aber nur irgendjemand (nicht von uns) eine teuere Zigarette geraucht und die Rauchmelder vergessen. Später bin ich dann noch mit ein paar anderen wieder raus und wir hatten einen lustigen Abend. Sonntag morgens hieß dann aber schon wieder zusammenpacken und auf den langen Rückweg machen.
Ansonsten ist es diese Woche richtig winterlich, der Schnee wird immer mehr, ist jetzt schon Ski- und Snowboardfahrtauglich. Ich hoffe bloß, dass wir auch die Zeit finden werden es auszuprobieren! Wir haben doch jetzt einiges zu tun und am 9.Dezember kommen türkische Jugendliche. Das ist irgendein Austauchprojekt, hat jetzt nicht direkt etwas mit Tanz zutun. Sie bleiben dann für eine Woche und wohnen bei Lotten im Youth Hostel. Und jetzt muss man durch den Schnee zu den Schulen stapfen. Oder man hat so ein Superteil wie die meisten Schweden hier, ein Holzgestell mit langen Kufen und vorne Henkel zum Abstützen und Lenken. Vor allem die älteren Leute haben das inzwischen gegen die hier so verbreiteten Gehhilfenwägelchen eingetauscht. Am Mittwochmorgen hat uns der Jonas (Valentinas Freund) kurz nachdem er unser Haus (er wohnt ja halb bei uns) verlassen hatte, nochmal angerufen, um zu sagen, dass es minus 13°C draußen hat. Also gleich noch eine Strumpfhose unter die Jeans angezogen, weil Vale und ich eine Viertelstunde nach Lillbo zur dortigen Grundschule laufen mussten. Wo Adventsbasteln und Pfefferkuchenbacken auf dem Programm stand, sodass die Tanzstunden ausgefallen sind und wir uns eifrig an den Weihnachtsvorbereitungen beteiligt haben. Nur mit einer Gruppe haben wir getanzt, Mädchen aus der sechsten Klasse, die vorige Woche mit der Idee kamen, einen Tanz für das Weihnachtsfest der Schule einzuproben. Und sie waren so begeistert bei der Sache. Die Sportlehrerin hat uns gesagt, dass sie jeden Tag in den Pausen in der Sporthalle trainiert haben und das hat man auch wirklich gesehen.
Mit dem Winter kommen jetzt auch endlich die kleinen grauen Kästen zum Einsatz, die hier an den Parkplätzen stehen. Da verstecken sich nämlich Steckdosen drin, mit denen man sein Auto verkabeln kann, um eine Motorheizung zu betreiben. Damit das Auto morgens auch anspringt.
Außerdem habe ich noch den Sfi-Test gemacht, das ist eigentlich der Abschlusstest von dem „Schwedisch für Einwanderer“-Kurs. Da wir aber nicht wirklich Einwanderer sind, gelten für uns andere Regeln und ich kann weiterhin zu Sfi gehen, auch wenn ich den Test bestanden habe. Aber der ist so einfach, dass das Bestehen nicht bedeutet, dass man wirklich Schwedisch kann.
Dieses Wochenende hatten wir dann volles Programm. Erstmal sind wir samstags alle vier zusammen nach Gävle zum Weihnachtsshopping gefahren, nachmittags/abends fand hier in Edsbyn dann ein Musikcafé für ein AIDS-Waisenhaus in Südafrika statt, dass Freunde von uns mitorganisiert haben und so sind Esther und ich dort noch hin. Und später abends/nachts hat Jonas noch mit seiner Band ein Konzert gegeben, die sind wirklich gut. Und sonntags war hier dann sowas wie ein „Weihnachtsmarkttag“, mit Ständen draussen und „Glögg“-trinken. Das ist etwas Ähnliches wie Glühwein, muss bei solchen Gelegenheiten aber ohne Alkohol ausgeschenkt werden. Nachmittags haben wir dann für das Weihnachtsfest der Tanzschule am Mittwoch trainiert, wo wir wieder eine kleine Show aufführen werden. Mit dem Nachtzug nach GoteborgEnde Oktober war hier eine Woche Schulferien – und so hatten wir auch frei, da wir ja hauptsächlich in den Schulen arbeiten. Also haben Esther, Velca und ich uns einen Nachtzug nach Göteborg geschnappt. Was nicht gerade so angenehm zum Schlafen war, da wir Sitzplätze hatten, deren Rückenlehne sich nur minimal verstellen lässt und der Zug bis nach Stockholm voll war. Und so haben wir dann unseren ersten Nachmittag in Göteborg auch gleich verschlafen… Zu dritt auf einem ausgeklappten Sofa bei einem Bekannten, der dort studiert. War ein schöner Urlaub und wir konnten dort drei Tage das Stadtleben genossen, alte Schiffe anschauen, schöne Häuschen und nette Cafés und Kneipen, bevor es wieder zurück nach Edsbyn ging.
Zurück in Edsbyn Hier ist jetzt schon alles weiß und es schneit viel, sodass gleich ein Schneemann hermusste, siehe Fotos. Ansonsten wird es jetzt schon sehr früh dunkel, so um halb vier. Velca hatte letzte Woche Besuch von zwei Freundinnen, von denen eine einen kleinen Sohn hat. Dem blieb dann auch nur noch zu fragen übrig (der Einfachheit halber schon übersetzt): „Mama, wo ist denn die Sonne? Wo ist die Sonne hin?“. Und wenn man jetzt Bus fahren will, darf man Reflektoren in welcher Form auch immer nicht vergessen… Auf unserer Buskarte ist hinten zwar ein Reflektionsstreifen drauf (allerdings nicht so gut), aber es ist mir jetzt schon zweimal passiert, dass der Bus ein paar Meter hinter der Bushaltestelle (zum Glück) noch gehalten hat. Also nehmen wir jetzt immer mehrere Reflektionsteile mit, um dann mit diesen rumzuwedeln um auch ja vom Busfahrer gesehen zu werden. Oder ziehen uns hübsche gelbe Westen mit Leuchtstreifen an, ist hier auch sehr üblich. Der erste Schnee und -ganz wichtig- BandyDiese Woche hat es hier also zum ersten Mal geschneit… Allerdings nur zarte Flöckchen, dafür fast den ganzen Tag. Und so ist ein klein wenig Schnee auch liegengeblieben. Der ist jetzt aber schon wieder weg. Am Sonntag sind Esther und ich unser erstes Bandyspiel anschauen gegangen. Bandy ist hier in Edsbyn so ziemlich der wichtigste Sport, weil Edsbyn IF die letzten vier Mal schwedischer Meister wurde und lässt sich grob vielleicht folgendermaßen beschreiben: Eishockey mit kleinem Ball anstelle eines Pucks auf einem fußballplatzgroßen Eisfeld, von jeder Mannschaft elf Spieler auf dem Feld, mit Abseits und Ecke. Und ohne die harten Bodychecks (zumindest ist das so vorgesehen). Edsbyn hat diesmal allerdings 3:4 verloren, war aber auch das Halbfinale des „Svenska Cup“. Ist aber wohl nicht so wichtig und so war die Halle nicht ganz voll (passen 5000 Zuschauer rein, bei 4000 Einwohnern eine beachtliche Zahl), die Zuschauer recht ruhig und Esther und ich etwas enttäuscht. Aber wenn die Ligasaison im November anfängt ist das scheinbar anders. Und als wir danach aus der Halle rauskamen, kam es uns bei den paar Grad draußen ganz wunderbar warm vor, da drin herrschen nämlich konstant -5°C. Ansonsten ist hier der Alltag eingekehrt, wir haben jetzt ordentlich zu tun. Aber bin endlich dazu gekommen, die Bilder vom On-Arrival-Training hochzuladen. Und auch noch ein paar von einem Ausflug, u.a. ans Meer. On-Arrival-TrainingDie vier Tage On-Arrival-Training in Stockholm waren echt gut! Wir waren ca. 20 Freiwillige aus allen möglichen Ländern: Polen, Ukraine, Slowakei, Serbien, Island, Finnland, Russland, Italien, Türkei, Marokko, Spanien, Holland und Deutschland. Und untergebracht in einem Hotel für Konferenzen und Kurse der Folkshögskolan (Volkshochschule). Sehr komfortabel. Hatte ein Zimmer mit Velca mit eigenem Bad und schönen bequemen Betten (besser als meins hier!). Und dreimal am Tag gab es ein großes Buffet mit vielen Leckereien, wie z.B. einem Elch-Rentier-Ragout (wie ich hinterher erfahren hab). Dann hatten wir natürlich auch noch einige Kaffeepausen (fika!) im Programm, wie könnte es auch anders sein in Schweden. Am ersten Tag sind wir dann raus und haben „Teambuilding activities“ gemacht, war sehr lustig und so hat man langsam die anderen kennengelernt. Den nächsten Tag haben wir dann angefangen, Gruppenarbeiten über „Sweden and the Swedes“ vorzubereiten, das war dann nicht mehr so spannend, da man nach zwei Monaten hier doch schon das meiste gewusst hat und außerdem hat es mich so an Schule erinnert… Den Nachmittag hatten wir frei und so haben wir erstmal Stockholm erkundet und uns abends gemütlich in ein Pub gesetzt. Und am Donnerstag ging es dann hoch hinauf, ca. 8m, auf Seilen und Stämmen balancieren. War schon etwas beängstigend dort oben, auch wenn wir natürlich abgesichert waren. Aber hat Spaß gemacht, auch wenn ich danach froh war wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Freitags mussten wir dann leider schon wieder zurück nach Edsbyn. Aber immerhin konnten wir uns jetzt davon überzeugen, dass es in Schweden auch große Städte gibt. Waren also insgesamt sehr schöne Tage und haben schon eifrig Pläne geschmiedet unsere neuen Bekanntschaften aus den verschiedensten Gegenden Schwedens zu besuchen. | LinksMyEVS albumCategoriesWho's nearby? | |||